Ein gemeinsames Zukunftsbild – ein Interview mit Thomas Strobel

06/2026 – Thomas Strobel zeigt anhand von praktischen Beispielen wie Transformation für zukunftsfähige Prozesse gelingen kann. In der Eventreihe ‘Visions-To-Go’ erklärt er wie beispielsweise Geschäftsmodelle, Automatisierungen oder die Robotik der Zukunft aussehen könnten.

Thomas Strobel ist Diplomingenieur für Maschinenwesen der TU München. Als Projektleiter, Technologiemanager und Führungskraft sammelte er 16 Jahre internationale Berufserfahrungen in verschiedenen Branchen mit Schwerpunkten in Prozessgestaltung, Zukunftsplanung, Strategieentwicklung sowie Innovations- und Portfoliomanagement. Seit 18 Jahren ist er Geschäftsführer und Gesellschafter der FENWIS GmbH in Gauting bei München (www.fenwis.de).

Aufgrund seiner Praxiserfahrung arbeitet er heute in seiner Rolle als „Zukunftslotse“ für innovative mittelständische Unternehmen und Industrieverbände besonders industrienah.

Methodisch hat er sich spezialisiert auf systematische Zukunftsplanung mit Perspektivwechsel für vorausschauende Geschäftstransformation zu neuen Geschäftsmodellen und zukünftigen Wettbewerbsvorteilen. Seine Kunden nutzen seine Expertise über praxisnahe und umsetzungsorientierte Vorträge, Workshops und Zukunftsprojekte.

Lesen Sie im Interview mit Thomas Strobel, welche Kompetenzen in der Zukunft wichtig sind und wie Transformation langfristig gelingt.

Wie wichtig ist es, Zukunft nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftlich und kulturell zu denken?

Transformation betrifft Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und sollte deshalb von allen Beteiligten mitgetragen werden – gerade deshalb sehe ich in einem gemeinsamen Zukunftsbild hier eine große Hilfe für sachliche Diskussionen. Denn wenn man ich als Erstes auf das vorhin genannte Expeditionsziel einigt, lassen sich alle Folgediskussionen, die sich daraus ergeben, ziel- und lösungsorientierter führen. Damit bestimmt dann das gemeinsame Ziel die Lösungssuche und der heute zu beobachtende Meinungsstreit im Wettbewerb einzelner Technologien tritt in den Hintergrund.

Welche Kompetenzen oder Denkhaltungen werden Ihrer Einschätzung nach für Führungskräfte und Innovationsverantwortliche künftig entscheidend sein?

Unsere heutigen Branchen sind die Nachfolger der Zünfte, die wir aus Tradition noch pflegen. Deshalb müssen wir uns auch damit auseinandersetzen, wie Zukunftsbranchen aussehen sollten, damit sie die Lösungsbedarfe zukünftige Kunden und Märkte zufriedenstellend und wirtschaftlich erfolgreichen bedienen können.
Das wird Führungskräfte und Innovationsverantwortliche dazu zwingen, geschäftliche Zukunft in angepassten Geschäftsmodellen branchenübergreifend, bedarfsorientiert und vielfach partnerschaftlich zu denken. Das gilt besonders für kreislaufwirtschaftstaugliche Geschäftsmodelle, die vielfach nur in sehr kooperativ gestalteten Wertschöpfungsnetzwerken erfolgreich darstellbar sein werden.

Wie kann es gelingen, den Blick über kurzfristige Innovationszyklen hinaus auf langfristige Transformationen zu richten?

Wenn wir eine gemeinsame Zielvorstellung in den Mittepunkt unserer Zukunftsdiskussionen stellen, können wir wirksame Zukunftsgestaltung in wichtigen Gestaltungsfeldern koordiniert und proaktiv angehen, statt uns reaktivem Aktionismus der Gegenwartsverwaltung aufzureiben. Im übertragenen Sinne: Wer morgen ein gut schmeckendes Gericht zubereiten möchte, darf nicht nur Rezepte sammeln, sondern muss heute auch schon planen, wann und wo er die Zutaten für sein Wunschgericht einkaufen kann.

Wenn Sie in fünf Jahren auf die heutige „Visions-to-Go“-Serie zurückblicken – was wäre für Sie ein Zeichen, dass diese wirkliche Wirkung entfaltet hat?

Zahlreiche erfolgreiche Unternehmen betreiben dann 2031 bereits kreislaufwirtschaftstaugliche Geschäftsmodelle in nachhaltigen Wertschöpfungsnetzwerken. Da wir heute bereits erste Vorreiter im Markt sehen, die genau das tun, bin ich zuversichtlich, dass bald mehr Geschäftsverantwortliche diesen Weg in den nächsten 5 Jahren einschlagen werden, damit sie 25 Jahre Zeit für diese Transformation nutzen können.

In 5 Jahren ist ein Zukunftsbild 2050 in Deutschland als Diskussions- und Planungsgrundlage in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik anerkannt und hat bereits bewiesen, dass es die Suche nach tragfähigen Zukunftslösungen versachlicht und gute Kompromisse schneller gefunden werden.

Das nächste Event mit Thomas Strobel zum Thema ‚Visions-to-Go: Geschäftschancen mit nachhaltigen Transformationspfaden‘ findet am 08.07.2026 | 16:00-17:00 Uhr statt. Anmelden und dabei sein!

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