Wenn Schweißprozesse lernen – KI, Daten und Sensorik in der Fügetechnik
Datum: 27.01.2027
, 16:00-17:00 Uhr
Format: öffentlich
Von der Qualitätskontrolle zur intelligenten Prozessregelung
Schweißprozesse erzeugen permanent Daten. Doch wie viele davon werden tatsächlich genutzt?
Genau hier liegt enormes Potenzial. Denn kombiniert man Prozessdaten, Sensorik und Künstliche Intelligenz, kann aus einem konventionellen Fertigungsprozess zunehmend ein datenbasierter, lernender Prozess werden.
Das Fraunhofer IPK verfolgt dafür unter anderem den Ansatz „Learn – Assure – Control“: zunächst Prozess- und Datenströme verstehen, anschließend mithilfe von Sensorik und KI Qualität überwachen und schließlich Prozessgrößen in Echtzeit beeinflussen. Bei konkreten Anwendungen konnten beispielsweise Qualitätsvorhersagen entwickelt oder Schweißspritzer durch KI-basierte Echtzeitregelung vermieden werden.
Auch beim Laser-Pulver-Auftragschweißen untersucht das IPK den Einsatz neuronaler Netze. Sensorinformationen etwa aus Pyrometern, Laserscannern oder Schmelzbadkameras werden genutzt, um Zusammenhänge zwischen Prozessparametern und späteren Qualitätsmerkmalen zu erkennen.
In der Veranstaltung wollen wir deshalb nicht abstrakt über KI sprechen, sondern ganz konkret fragen: Welche Daten benötigt KI eigentlich aus einem Produktionsprozess? Wie werden daraus belastbare Qualitätsprognosen? Kann KI Fehler erkennen, bevor Ausschuss entsteht? Und wie weit sind wir vom selbstoptimierenden Schweißprozess entfernt?
Ein praxisnaher Blick darauf, wie aus Schweißen + Sensorik + Daten + KI ein intelligenter Fertigungsprozess entstehen kann.


Referent: Dr. Max Biegler
Dr. Max Biegler leitet die Füge- und Beschichtungstechnik am Fraunhofer IPK. Sein Fokus liegt auf der Anwendungsforschung zur Verknüpfung von Digitalisierung und Schweißtechnik. Er hat an der Tu Berlin und TU München studiert und auf der Simulation von DED 3D Druck promoviert.
Unternehmen: Fraunhofer IPK
Das Fraunhofer IPK in Berlin entwickelt mithilfe anwendungsorientierter Forschung Lösungen entlang des gesamten industriellen Wertschöpfungskreislaufs. Die Leitidee ist dabei eine digital integrierte Produktion, in der Mensch und Maschine datenbasiert interagieren und sich so vorausschauend und flexibel auf sich ändernde Anforderungen einstellen können.
Als produktionstechnischer Forschungs- und Entwicklungspartner mit ausgeprägter IT-Kompetenz bietet das Fraunhofer IPK Systemlösungen, Einzeltechnologien und Dienstleistungen für die digital integrierte Produktion an.



