Geschäftsmodelle – ein Interview mit Thomas Strobel

12/2025 – Zukunftsweisende Geschäftsmodelle, die Transformation vorleben, setzen bereits heute Maßstäbe für nachhaltigen Erfolg. Damit gestalten sie aktiv die Kreislaufwirtschaft von heute.
Referent Thomas Strobel zeigt anhand von praktischen Beispielen wie große Unternehmen Ihr Geschäftsmodell anpassen oder erweitern, um weiterhin zukunftsfähig zu bleiben.
Thomas Strobel ist Diplomingenieur für Maschinenwesen der TU München. Als Projektleiter, Technologiemanager und Führungskraft sammelte er 16 Jahre internationale Berufserfahrungen in verschiedenen Branchen mit Schwerpunkten in Prozessgestaltung, Zukunftsplanung, Strategieentwicklung sowie Innovations- und Portfoliomanagement. Seit 18 Jahren ist er Geschäftsführer und Gesellschafter der FENWIS GmbH in Gauting bei München (www.fenwis.de).
Aufgrund seiner Praxiserfahrung arbeitet er heute in seiner Rolle als „Zukunftslotse“ für innovative mittelständische Unternehmen und Industrieverbände besonders industrienah. Methodisch hat er sich spezialisiert auf systematische Zukunftsplanung mit Perspektivwechsel für vorausschauende Geschäftstransformation zu neuen Geschäftsmodellen und zukünftigen Wettbewerbsvorteilen. Seine Kunden nutzen seine Expertise über praxisnahe und umsetzungsorientierte Vorträge, Workshops und Zukunftsprojekte.
Lesen Sie im Interview mit Thomas Strobel, wie Geschäftsmodelle verändert werden können und welche Eigenschaften sie mitbringen sollten.
Herr Strobel, viele sprechen über Transformation – aber nur wenige leben sie wirklich. Was zeichnet Ihrer Meinung nach Unternehmen aus, die den Wandel zur Kreislaufwirtschaft bereits erfolgreich gemeistert haben?
Diese Unternehmen setzen sich vorausschauend und proaktiv mit den zukünftigen Marktmechanismen in einem Ökosystem Kreislaufwirtschaft auseinander. Sie analysieren frühzeitig die zu erwartenden Kundebedarfe und entwerfen dafür Geschäftsmodelle mit wahrnehmbarem Kundennutzen. Anschließend prüfen sie, welche dazu passenden Handlungsoptionen heute schon realisierbar wären und versuchen, sie in der Praxis umzusetzen. Aus den dabei gemachten Erfahrungen entstehen Lerneffekte und Verbesserungen, die diese Unternehmen mit Wettbewerbsvorsprung zu Vorreitern der Kreislaufwirtschaft machen. Dieser auf Verantwortung und Zukunftsorientierung basierende Imagegewinn bringt neue Kunden mit dazu passenden Kaufkriterien und erleichtert inzwischen auch das Gewinnen neuer, insbesondere jüngerer, Fachkräfte.
In Ihrem Vortrag stellen Sie beeindruckende Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen vor. Gibt es dabei ein gemeinsames Muster, das zeigt, wie nachhaltige Geschäftsmodelle langfristig wirtschaftlich erfolgreich werden?
Ein wichtiger Faktor ist das Denken von Geschäftsmodellen in geschlossenen Kreisläufen und wahrnehmbarem Kundennutzen. Einerseits steigt damit das Verständnis für Geschäftsprozesse und notwendige Partner, die erforderlich sind, um Kreislaufwirtschaft zu realisieren. Anderseits wird auch klarer, was der Kunde zukünftig tatsächlich benötigt und für welche Leistungen er dann auch – ggf. unter neuen Kaufkriterien – bereit ist, zu bezahlen.
Wie können Unternehmen erkennen, welches Geschäftsmodell für ihre eigene Transformation in Richtung Kreislaufwirtschaft am besten geeignet ist?
Wenn der zukünftige Kundenbedarf und der wahrnehmbare Kundennutzen als Ausgangspunkt genommen werden, entsteht ein neues Bild für die Kaufkriterien. So steht für einen Koch möglicherweise die Verfügbarkeit der Funktion „Schneiden“ viel wichtiger, als Eigentümer eines Messers zu sein. Diesen echten Kundenbedarf der Zukunft gilt es zu verstehen, um dazu erfolgversprechende Leistungs- und Lösungsangebote zu entwerfen, bevor ein Unternehmen versucht dazu passende Geschäftsmodelle zu entwerfen, z.B. ein Abomodell für scharfe Messer, die vom Messerhersteller verliehen und regelmäßig vor Ort geschliffen oder getauscht werden.
Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Welche neuen Geschäftsmodell-Ansätze werden Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren entscheidend sein, um Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zu verbinden?
Die Ressourceneinsparungen, die sich aus konsequenter Nutzung der R-Strategien erzielen lassen, werden Grundlage für nachhaltige Wettbewerbsvorteile sein, weil sie wahrnehmbaren Kundennutzen mit langlebigen Produkten oder effizienten Dienstleistungen verbinden. Der Grund dafür liegt in den positiven Auswirkungen, die sich in den Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschaftsbilanzen der beteiligten Unternehmen ergeben. Im weitesten Sinne ist das die Umkehrung der „Lebensmittelampel“, die wir bisher auch deshalb nicht haben, weil sie aus Sicht der Lebensmittelhersteller zu viel Transparenz bei ungesunden Zutaten schafft. Bei Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaftstauglichkeit schlagen sich erzielte Vorteile dafür transparent in alle Folgebilanzen nieder.
Das Event ‚Geschäftsmodelle für Transformation und Kreislaufwirtschaft‘ findet am 10.12.2025, 16-17 Uhr statt. Seien Sie bei dabei und melden Sie sich an: Visions-To-Go: Geschäftsmodelle für Transformation und Kreislaufwirtschaft



