Markterfolg durch Kommunikation – ein Interview mit Rainer Färber

09/2026 – Innovative Ideen gibt es in vielen Unternehmen – doch nur ein Teil davon entwickelt sich zu erfolgreichen Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen. Oft liegt das nicht an der Qualität der Idee, sondern daran, dass Innovationspotenziale nicht systematisch weiterentwickelt oder der Nutzen für Kunden und Märkte nicht überzeugend vermittelt wird.
In dieser gemeinsamen Veranstaltung der DIFMI und des AiF InnovatorsNet erhalten Sie einen ganzheitlichen Einblick in den Weg von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Marktpositionierung. Sie erfahren, wie Innovationen strukturiert entwickelt, wirtschaftlich bewertet und anschließend wirkungsvoll kommuniziert werden können.
Im Interview spricht Rainer Färber über vielversprechende Ideen und begrenzte Ressourcen.
Herr Färber, Sie vertreten die These, dass eine technologisch hervorragende Innovation allein noch keinen Markterfolg garantiert. Warum wird aus Ihrer Sicht die Kommunikation einer Innovation häufig viel zu spät mitgedacht?
Ich erlebe immer wieder, dass unglaublich viel Energie, Know-how und Leidenschaft in die Entwicklung einer Innovation fließen – und das ist natürlich richtig. Aber irgendwann kommt der Moment, an dem jemand fragt: Wie erklären wir eigentlich, was wir hier entwickelt haben, und warum sollte sich jemand dafür interessieren? Und genau diese Frage kommt aus meiner Sicht häufig viel zu spät.
Für mich gehört Innovationskommunikation deshalb von Anfang an zum Innovationsprozess. Denn eine Innovation kann technologisch noch so gut sein: Wenn der potenzielle Kunde ihren konkreten Nutzen nicht versteht, ein möglicher Kooperationspartner sie gar nicht wahrnimmt oder die richtige Zielgruppe nicht erreicht wird, bleibt viel Potenzial ungenutzt.
Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, Innovationen möglichst laut zu vermarkten. Es geht darum, ihren Mehrwert verständlich, glaubwürdig und zielgruppengerecht zu vermitteln.
Ich würde es deshalb ganz einfach formulieren: Eine gute Idee muss nicht nur funktionieren. Sie muss auch verstanden werden.
Gerade kleinere Unternehmen oder Forschungsteams verfügen selten über große Marketingbudgets. Was können sie dennoch tun, damit eine gute Innovation von den richtigen Kunden, Partnern oder potenziellen Kooperationspartnern überhaupt wahrgenommen wird?
Ich glaube, dass Sichtbarkeit heute sehr viel weniger eine Frage großer Budgets ist, als viele denken. Entscheidend ist zunächst, sehr klar beantworten zu können: Für wen ist meine Innovation interessant, welches konkrete Problem löse ich damit und warum sollte sich genau diese Person damit beschäftigen?
Das klingt banal, ist in der Praxis aber häufig eine der schwierigsten Aufgaben.
Danach geht es darum, die richtigen Orte und Formate zu finden. Das können digitale Fachveranstaltungen sein, LinkedIn, Fachnetzwerke, persönliche Kontakte oder Communities. Ich würde dabei lieber gezielt hundert relevante Menschen erreichen als zehntausend, für die meine Innovation überhaupt keine Bedeutung hat.
Und gerade für kleine und mittlere Unternehmen oder Forschungsteams sehe ich darin eine große Chance. Sie brauchen nicht zwangsläufig eine riesige Marketingkampagne. Sie brauchen eine gute Geschichte, einen klaren Nutzen und Zugang zu den richtigen Menschen.
Genau an diesem Punkt können Netzwerke wie das AiF InnovatorsNet unterstützen: Wir können Innovationen eine Bühne geben, Menschen miteinander ins Gespräch bringen und dadurch Sichtbarkeit dort erzeugen, wo sie tatsächlich etwas bewirken kann.
Das AiF InnovatorsNet bringt Unternehmen, Forschung, Aus- und Weiterbildung sowie weitere Innovationsakteure zusammen. Welche Rolle können Netzwerke und Communities dabei spielen, aus einer zunächst wenig bekannten Innovation eine sichtbare Idee, neue Kontakte und im besten Fall konkrete Markt- oder Kooperationschancen entstehen zu lassen?
Das ist für mich tatsächlich einer der Gründe, warum mir das AiF InnovatorsNet so wichtig ist. Ich bin überzeugt davon, dass viele gute Ideen nicht daran scheitern, dass sie schlecht sind. Manchmal treffen einfach die richtigen Menschen nicht aufeinander.
Vielleicht sucht ein Unternehmen genau nach einer Lösung, die an einer Hochschule bereits entwickelt wird. Vielleicht benötigt ein Forschungsprojekt einen Industriepartner. Vielleicht verfügt jemand aus einer völlig anderen Branche über eine Technologie, die sich auf ein bestehendes Problem übertragen lässt. Wenn diese Menschen nichts voneinander wissen, passiert eben auch nichts.
Genau hier sehe ich die Stärke einer Community. Wir können Sichtbarkeit schaffen, aber vor allem können wir Verbindungen herstellen. Und manchmal reicht schon ein Vortrag, eine Frage im Anschluss oder ein Gespräch zwischen zwei Menschen, damit aus einem ersten Kontakt etwas Neues entsteht.
Das ist auch das, was ich mir für das AiF InnovatorsNet wünsche: Wir wollen nicht einfach nur Veranstaltungen anbieten und Informationen verteilen. Wir möchten Menschen und Ideen zusammenbringen.
Denn am Ende entsteht Innovation für mich nicht allein im Labor, im Entwicklungsbüro oder in einer Präsentation. Sie entsteht auch durch Austausch, durch unterschiedliche Perspektiven und durch Menschen, die gemeinsam etwas daraus machen.
Wenn es uns gelingt, aus Sichtbarkeit einen Kontakt, aus einem Kontakt einen Austausch und aus diesem Austausch vielleicht eine Kooperation oder sogar ein gemeinsames Innovationsprojekt entstehen zu lassen, dann hat das AiF InnovatorsNet genau das erreicht, wofür es gedacht ist.
Das Event ‚Von der Idee zum Markterfolg – Innovationen entwickeln, sichtbar machen und erfolgreich vermarkten‘ findet am 23.09.26 | 16:00-17:00 Uhr statt. Anmelden und dabei sein!



