Neue Wege entdecken – ein Interview mit Hanna Greiner

Eine grafische Darstellung eines leuchtenden Objekts.

03/2026 – Wie wirtschaftliche Effizienz, ökologische Verantwortung und technologische Innovationen verbunden werden können, um neue Materialalternativen schnell und wirksam zu implementieren, zeigt Hanna Greiner.

Hanna Greiner ist Consultant bei TIM Consulting in Stuttgart und begleitet Unternehmen in Innovations- und Transformationsprozessen. Sie ist Expertin für Nachhaltigkeit und verantwortlich für den Bereich TIM Green. 2025 untersuchte sie für das DLR die Abhängigkeit der Branchen Raumfahrt und Medizintechnik von PFAS sowie mögliche Alternativen.

Lesen Sie im Interview mit Hanna Greiner welche Chancen das PFAS-Verbot bietet und wie Unternehmen dies für sich nutzen können.

Frau Greiner, das PFAS-Verbot wird von vielen Unternehmen zunächst als Risiko wahrgenommen. Warum sehen Sie darin auch eine große Chance für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit?

Nicht nur durch Regulierung sind weniger PFAS verfügbar, immer mehr Unternehmen ziehen sich aus der Produktion von PFAS zurück. Da weiterhin ein hoher Bedarf an den Eigenschaften dieser Materialien besteht, sichern sich Unternehmen, die jetzt aktiv werden, Wettbewerbsvorteile in einem neuen Markt.

Die regulatorischen Anforderungen rund um PFAS sind komplex und betreffen viele Branchen. Welche Auswirkungen werden aus Ihrer Sicht am häufigsten unterschätzt?

Die meisten Unternehmen sind davon betroffen – insbesondere Prozesshilfsmittel und nachgelagerte Komponenten wie Dichtungen enthalten oft PFAS, was leicht übersehen wird oder nicht bekannt ist, da entlang der Lieferketten häufig schwer nachzuvollziehen ist, wo PFAS zum Einsatz kommen. Eine Regulierung von PFAS könnte unsere Abhängigkeit von den USA und China verringern, indem wir in Europa massiv in die Entwicklung von Alternativen investieren.

Sie zeigen in Ihrem Vortrag konkrete Wege zu nachhaltigen Materialalternativen auf. Was ist aus Ihrer Erfahrung der entscheidende Erfolgsfaktor, um neue Werkstoffe schnell und sicher in bestehende Prozesse zu integrieren?

Vernetzung, die Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern bzw. in Ökosystemen. Ein anwendungsbezogenes Vorgehen und die Bereitschaft, jeweils über die erforderlichen Funktionen nach neuen Materialien zu suchen.

Viele Unternehmen stehen vor dem Spagat zwischen ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Effizienz. Wie gelingt es, beide Ziele im Kontext der PFAS-Transformation sinnvoll zu verbinden?

Wie jede Transformation erfordert auch diese Investition, je früher Unternehmen identifizieren, ob sie betroffen sind und Maßnahmen ergreifen, desto mehr Handlungsspielraum haben sie, was die Effizienz bei der Umsetzung erhöht. Wer die Regulierung als Chance versteht, kann sich frühzeitig in einem neuen Markt positionieren.

Wenn Entscheiderinnen und Entscheider nach Ihrem Vortrag nur eine zentrale Erkenntnis mitnehmen – welche sollte ihnen helfen, den Wandel rund um PFAS aktiv und strategisch anzugehen?

Jetzt ist die Zeit, den ersten Schritt zu machen.

Das nächste Event mit TIM Consulting findet am 26.03.26, 16.00-17.00 Uhr statt. ‘Innovation systematisch realisieren: Markt, Technologie, Roadmap & Förderung im Zusammenspiel’.

Anmelden und dabei sein!

zurück