Ressourcen anders denken – ein Statement von Rainer Färber

09/2026 – Nachhaltigkeit beginnt für mich dort, wo wir anfangen, Ressourcen anders zu denken.
Konzentrieren wir uns beim Thema Nachhaltigkeit zu sehr auf Schlagworte? CO₂, Klimaziele oder ESG sind wichtig – keine Frage. Aber für mich beginnt Nachhaltigkeit viel früher. Nämlich bei der Frage, wie wir mit den Ressourcen umgehen, die uns heute zur Verfügung stehen.
Je intensiver ich mich mit Personen aus Unternehmen zu dieser Thematik austausche, desto deutlicher wird mir, dass Nachhaltigkeit längst kein reines Umweltthema mehr ist. Sie entscheidet zunehmend darüber, wie wettbewerbsfähig ein Unternehmen morgen sein wird. Rohstoffe werden knapper, Lieferketten anfälliger und Energie bleibt ein entscheidender Kostenfaktor. Wer Ressourcen intelligenter nutzt, stärkt deshalb nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigene Zukunftsfähigkeit.
Mich beeindruckt besonders, dass Europa die Kreislaufwirtschaft inzwischen als echten Wettbewerbsfaktor versteht. Die Europäische Union hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil wiederverwendeter Materialien deutlich zu erhöhen und die Kreislaufwirtschaft zu einem zentralen Baustein ihrer Industriepolitik zu machen. Heute liegt die sogenannte Circular Material Use Rate in der EU bei knapp 12 Prozent – langfristig soll sie sich verdoppeln.
Für mich zeigt das vor allem eines: Nachhaltigkeit ist kein Verzichtsprogramm. Sie ist eine Einladung, Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle neu zu denken. Genau darin sehe ich eine der größten Innovationschancen unserer Zeit.



