Ressourceneffizienz – ein Interview mit Andreas Kunsleben

09/2026 – In Unternehmen wächst der Bedarf, Ressourceneffekte nachvollziehbar zu messen und belastbar zu quantifizieren. Nur auf dieser Grundlage können Einsparpotenziale erkannt und Verbesserungen umgesetzt werden. Anhand eines Vergleichs mit dem eigenen Ausgangszustand bestimmen Unternehmen so ihren Fortschritt. Ebenso ist die fundierte Quantifizierung von Ressourceneffizienz eine unerlässliche Voraussetzung für die Nutzung von Förderprogrammen.
Andreas Kunsleben, efa – Effizienz-Agentur NRW, unterstützt Industrie, Handwerk und Handel bei der Entwicklung und Umsetzung ressourcenschonender und zirkulärer Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle.
Lesen Sie im Interview über Nachhaltigkeit und Kennzahlen.
Herr Kunsleben, viele Unternehmen investieren bereits in Maßnahmen der Circular Economy. Woran erkennen sie eigentlich, ob diese Maßnahmen tatsächlich die gewünschte Wirkung entfalten?
Mit den Investitionen werden stets auch quantitative Ziele verknüpft. Wichtig ist diese Ziele im Rahmen der Umsetzung auch nachzuhalten und zu messen.
Es gibt zahlreiche Kennzahlen rund um Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. Welche KPIs liefern aus Ihrer Sicht wirklich belastbare Aussagen – und welche werden häufig überschätzt?
Hierzu gibt es m.E. keine allgemeingültige Aussage – die jeweiligen Unternehmen, deren Geschäftsprozesse und Umweltauswirkungen unterscheiden sich zu stark. In jedem Fall hilfreich ist die Ermittlung der Treibhausgasemissionen für Unternehmen, Standorte, Prozesse und Produkte.
Sie zeigen in Ihrem Vortrag, wie Materialflussanalysen, CO₂-Betrachtungen und Wirtschaftlichkeitsanalysen zusammenwirken. Warum ist gerade diese ganzheitliche Sichtweise für fundierte Entscheidungen so wichtig?
Weil unternehmerisches Handeln auf Basis isolierter Einzelfaktoren ein hohes Risiko von Fehlsteuerungen bedeutet.
Nachhaltigkeits- und Circularity-Reporting gewinnen zunehmend an Bedeutung. Wie können Unternehmen diese Anforderungen nicht nur als Pflicht, sondern als Chance für mehr Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit nutzen?
Die Reportinginformationen sollten nicht isoliert neben den normalen Controlling- und Bilanzierungsinformationen erhoben werden, sondern im gleichen Datensystem ermittelt und abgelegt werden. Dadurch stehen sie auch für „normale“ Steuerungsaufgaben im Unternehmen zur Verfügung. Aus zusätzlichem Aufwand entsteht so die Möglichkeit auch zusätzlichen Mehrwert zu generieren.
Wenn Unternehmen heute beginnen möchten, ihre Circular-Economy-Aktivitäten systematisch zu bewerten: Welche Kennzahl oder welcher erste Analyseschritt sollte aus Ihrer Sicht ganz am Anfang stehen?
Folgende Frage beantworten: In welchem relevanten Bereich kann ich eigenständig Veränderungen vornehmen?
Das nächste Event aus der Reihe Circular Talk findet am 13.10.26 | 16:00-17:00 Uhr statt und hat das Thema: ‚Circular Talk: Circular Economy finanzieren – Fördermittel und Finanzierung‘. Anmelden und dabei sein!



