Robotik – ein Interview mit Thoma Strobel

02/2026 – Wie vielseitige Roboter unsere Zukunft in unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen bereichern können und welche Potenziale und in Ihnen stecken, zeigt Thomas Strobel. Lassen Sie sich durch innovative Anwendungsmöglichkeiten inspirieren.
Thomas Strobel ist Diplomingenieur für Maschinenwesen der TU München. Als Projektleiter, Technologiemanager und Führungskraft sammelte er 16 Jahre internationale Berufserfahrungen in verschiedenen Branchen mit Schwerpunkten in Prozessgestaltung, Zukunftsplanung, Strategieentwicklung sowie Innovations- und Portfoliomanagement. Seit 18 Jahren ist er Geschäftsführer und Gesellschafter der FENWIS GmbH in Gauting bei München (www.fenwis.de).
Aufgrund seiner Praxiserfahrung arbeitet er heute in seiner Rolle als „Zukunftslotse“ für innovative mittelständische Unternehmen und Industrieverbände besonders industrienah.
Methodisch hat er sich spezialisiert auf systematische Zukunftsplanung mit Perspektivwechsel für vorausschauende Geschäftstransformation zu neuen Geschäftsmodellen und zukünftigen Wettbewerbsvorteilen. Seine Kunden nutzen seine Expertise über praxisnahe und umsetzungsorientierte Vorträge, Workshops und Zukunftsprojekte.
Lesen Sie im Interview mit Thomas Strobel, wie Geschäftsmodelle verändert werden können und welche Eigenschaften sie mitbringen sollten.
Herr Strobel, wenn wir heute über Robotik sprechen, denken viele noch an Industriehallen. Welche Einsatzfelder werden uns Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren am meisten überraschen??
In den nächsten Jahren wird mobile Robotik vor allem in Logistik, Gesundheit, im Dienstleistungssektor und in der Landwirtschaft stärker sichtbar werden. Dabei werden humanoide Roboter und Cobots viel öfter als hilfreiche Kollegen oder Assistenten wahrgenommen werden, beispielsweise bei Krankenhaus- und Pflegepersonal, bei Kommissionierungs-, Verpackungs- und Transportaufgaben oder bei Hilfsarbeiten in Handwerk und Servicebereichen. In der Landwirtschaft kommt beispielsweise hinzu, dass Roboter durch manuelle Arbeiten den Einsatz von Chemikalien reduzieren können und durch die Bewirtschaftung kleinerer Parzellen längere Erntezeiten denkbar sind. Insgesamt unterstützt wird diese Entwicklung durch „Physical AI“, die Roboter befähigt in der realen Welt räumliche Zusammenhänge zu erkennen und zielgerichtet präzise in Echtzeit zu handeln.
In Ihrem Vortrag sprechen Sie auch über neue Anwendungskonzepte in Europa. Wo sehen Sie hier aktuell die größten Chancen, vorhandene Technologien kreativ neu zu nutzen?
Das Handwerk der Zukunft wird ohne Roboter kaum auskommen, wenn wir dem voranschreitenden Fachkräftemangel erfolgreich begegnet wollen. Der Mensch muss seine wertschöpfende Tätigkeit auf seine besonderen fachlichen Fähigkeiten beschränken, während Roboter zunehmend Transportaufgaben, einfache Arbeiten und unterstützende Tätigkeiten übernehmen. Das dürfte in vielen Bereichen auch Frauen den Zugang zu Handwerksberufen erleichtern, weil dadurch die berufsbedingte körperliche Belastung verringert werden kann. Wichtig wird dabei sein, dass wir bereits heute verfügbare Robotikkonzepte als Lösungsbausteine schnell in die praktische Nutzung bringen und uns nicht auf die Entwicklung von neuen Robotern fokussieren.
Wenn Sie einen Blick in die nahe Zukunft werfen: Welche Robotik-Anwendung wird aus heutiger Sicht unterschätzt, könnte aber schon bald ganz selbstverständlich zu unserem Alltag gehören?
Ich erwarte, dass „Sustainable Robotics“ ein eigenständiger Trend wird. Roboter unterstützen dann systematisch beim Sortieren von gesammelten Wertstoffen und Abfällen, übernehmen wichtige Aufgaben in der automatischen Demontage und Reparatur von Produkten sowie in der Wartung von Maschinen und Anlagen.
Inspektionsroboter für Infrastruktur wie Stromnetze, Windparks, Solarfarmen, Gasleitungen, Wasser‑ und Abwassersystemen werden Wartung und Betrieb erleichtern sowie Ausfälle und reduzieren und damit einen effizienteren Betrieb ermöglichen.
Roboter übernehmen zunehmend Aufgaben, die körperlich anspruchsvoll oder gesellschaftlich sensibel sind. Wie verändert das unser Verständnis von Arbeit, Unterstützung und Lebensqualität?
Wir werden möglicherweise eine neue Unterscheidung von Arbeit sehen. Arbeiten mit einer sozialen Qualität, in der Kommunikation, Verständnis und Einfühlungsvermögen im zwischenmenschlichen Austausch im Vordergrund stehen, werden dann von dafür ausgebildeten Menschen ausgeführt. Arbeiten, die etwa von Monotonie, Wiederholgenauigkeit oder hohem Krafteinsatz geprägt sind, werden eher von Robotern ausgeführt, um menschliche Arbeitskräfte zu entlasten oder die wachsende Lücke bei verfügbaren Arbeitskräften zu schließen. Ein praxisnahes Einsatzfeld wäre hier der Kampf gegen multiresistente Keime in Krankenhäusern, wo autonome Roboter ausdauernd und zielgerichtet mit Desinfektionsmitteln und UV-LEDs die Desinfektionsqualität steigern könnten.
Das Event ‚Visions-To-Go: Robotik-Potenziale der Zukunft‘ findet am 12.02.2026 statt. Anmelden und dabei sein!



