Schutzrechte – ein Interview mit Dr. Tanja Bendele

Categories: IP & VerwertungPublished On: 17. November 2025
Eine Hand, die auf einem Bildschirm ein Copyright-Symbol antippt.

11/2025 – Dr. Tanja Bendele, LL.M., gibt in einem ersten Termin einen kompakten und fundierten Überblick über die gewerblichen Schutzrechte – Patente, Marken und Designs.
Die promovierte Chemikerin, deutsche Patentanwältin und European Patent Attorney ist Gründungspartnerin der Kanzlei Ruhr-IP Patentanwälte und vertritt Mandanten in den Bereichen Chemie, Pharmazie, Life Sciences, Medizintechnik, 3D-Technik, Batterietechnologie und Verfahrenstechnik. Sie vertritt internationale Konzerne sowie deutsche, mittelständische Unternehmen in allen Verfahren des Gewerblichen Rechtsschutzes.

Lesen Sie in einem kurzen Interview, wie Sie Intellectual Property, kurz IP, als Unternehmen aktiv einsetzen können und zukunftsfähig gestalten.

Frau Bendele, viele Unternehmen wissen, dass Schutzrechte wichtig sind – aber oft bleibt unklar, wie man sie strategisch einsetzt. Warum lohnt sich gerade jetzt ein frischer Blick auf Patente, Marken und Designs?

Ein frischer, strategischer Blick auf Patente, Marken und Designs (IP) lohnt sich aktuell besonders deutlich, weil Unternehmen mit aktiver und strategischer IP-Nutzung messbar schneller wachsen, resilienter sind und im aktuellen Technologie- und Regulierungsumfeld gezielt Wettbewerbsvorteile sichern können. Studien zeigen, dass Firmen mit Schutzrechten mehr Umsatz pro Mitarbeiter erzielen und bessere Wachstumschancen haben – ein Effekt, den viele KMU bislang verschenken. Zudem korreliert gut aufgestelltes strategisches IP mit Finanzierungschancen, besonders bei Start-ups.

Sie sprechen in Ihrem Vortrag von Schutzrechten als „Innovationsschild“. Was genau meinen Sie damit – und wie können Unternehmen diesen Schutz aktiv für ihre Wettbewerbsstrategie nutzen?

Schutzrechte sind Exklusivrechte und können Unternehmen somit als „Innovationsschild“ dienen, indem sie die kommerzielle, störungsfreiere Verwertung der Entwicklung bei richtiger Handhabung und Strategie ermöglichen und Nachahmer auf Distanz halten. Zudem können zusätzliche Einnahmequellen erschlossen werden, etwa durch Industriekooperationen und Lizenzierung der Schutzrechte.

In Ihrem Deep Dive geht es um die Anwendung in der Praxis. Welche typischen Stolperfallen oder Missverständnisse begegnen Ihnen bei der Nutzung von Schutzrechten am häufigsten?

In der Praxis begegnen mir bei der Nutzung von Schutzrechten diverse typische Stolperfallen und Missverständnisse, die immer wieder zu Problemen und unnötigen Kosten führen. Dazu gehören, zu eng formulierte Schutzrechte oder Schutzrechte, die die Innovation nicht korrekt erfassen. Dies führt zu einem eingeschränkten bis keinen Schutz der Entwicklung. Des Weiteren gibt es den Irrglauben, ein Patent verleihe der Inhaberin oder dem Inhaber Ausübungsfreiheit. Eine gut durchgeführt Ausübungsfreiheitsrecherche darf nicht fehlen. Zudem ist eine gute IP-Strategie kein punktuelles Ereignis, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Diese Stolperfallen können mit umsichtiger Beratung und sorgfältiger Vorbereitung vermieden werden, um den wirtschaftlichen Nutzen von Schutzrechten effektiv zu sichern.

Wenn Teilnehmende nur eine zentrale Erkenntnis aus Ihrer Veranstaltung mitnehmen könnten – welche wäre das aus Ihrer Sicht?

Um Schutzrechte zukunftsfähig und wertschöpfend einzusetzen ist eine ausgewogene IP-Strategie die sinnvollste Herangehensweise. Dazu sollen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Schlüsselinformationen an die Hand gegeben werden, um die komplexe IP-Thematik leichter zu erfassen und für sich im Unternehmen bewerten zu können. Auch soll eine strategische und frühzeitige Planung bspw. von Versuchen für IP für die Teilnehmenden skizzierbar sein.

Das Event ‚Schutzrechte – Überblick und Deep Dive‘ findet am 25.11.2025, 16-17 Uhr statt. Seien Sie bei dabei und melden Sie sich an: Schutzrechte – Überblick und Deep Dive

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