Verpackungsmatrix – ein Interview mit Henning H. Sittel

Verpackungsmaterial auf einer Rolle in einer Werkhalle.

01/2026 – Verpackungen sind aus unserem Leben nicht wegzudenken: Egal ob Primär-, Sekundär- oder Tertiärverpackungen, es werden hohe Anforderungen an die verwendeten Materialien gestellt.

Henning H. Sittel arbeitet als erfahrener Projektleiter und Fachverantwortlicher bei der Effizienz-Agentur Nordrhein-Westfalen (EFA NRW) in Duisburg. Aktuell ist er verantwortlich für das Regionalbüro Niederrhein und ist der Fachkoordinator für das EFA-Tool „Verpackungsmatrix“.

Im Interview berichtet er über konkrete Herausforderungen und das efa-Tool ‘Verpackungsmatrix’.

Welche konkreten Herausforderungen sehen Sie aktuell bei der Messbarkeit von Nachhaltigkeit in der Verpackungsbranche?

Es fehlt eine Standardisierung, die Transparenz und ehrliche Vergleichbarkeit schafft. Für Packmittel, die sich als „nachhaltig“ bezeichnen heißt das konkret, dass in allen drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie & Soziales) Indikatoren zur Messbarkeit einbezogen werden müssen.

Wie unterscheidet sich die Ganzheitlichkeit der efa-Verpackungsmatrix von bisherigen Bewertungsansätzen im Bereich nachhaltiger Verpackungen?

Genau der Begriff der „Ganzheitlichkeit“ ist der Schlüssel. Ohne einen umfassenden Blick in die jeweilige Wertschöpfungskette kann keine belastbare Aussage zur Nachhaltigkeit von Packmittel erfolgen. Viele Tools greifen beispielsweise „nur ökologische“ oder „nur ökonomische“ Indikatoren zur Bewertung auf.

Welche Vorteile bringt die Transparenz der Nachhaltigkeitsindikatoren für Unternehmen und Verbraucher:innen?

Die efa-Verpackungsmatrix unterscheidet zwischen einer qualitativen und einer darauf aufbauenden quantitativen Bewertung. Es handelt sich dabei um einen iterativen Prozess, der sich kontinuierlich verbessert, wenn die Bewertungsgrundlagen vergrößert werden. Einfach gesagt: Je mehr Indikatoren belastbar bewerten werden können, desto klarer ist die Aussagekraft welches der im Vergleich betrachteten Packmittel in Bezug auf die Nachhaltigkeit Vorteile hat.

Inwiefern können die fünf Schwerpunktbereiche der Bewertung dazu beitragen, die Nachhaltigkeit von Verpackungen umfassender und nachvollziehbarer darzustellen?

Die fünf gewählten Schwerpunktbereiche (Produktschutz, Zirkularität, Umwelt, Anlagenverfügbarkeit, Kommunikation) wurden bedarfsorientiert von den bei der Entwicklung der efa-Verpackungsmatrix beteiligten Unternehmen ausgewählt. So entstand die Breite von rund 50 Einzelindikatoren, die eine ganzheitliche Betrachtung ermöglicht. So werden alle Aspekte der Nachhaltigkeit mit einbezogen.

Das Event ‚Circular Talk: Verpackungsmatrix‘ findet am 14.01.2026, 16-17 Uhr statt. Seien Sie bei dabei und melden Sie sich an: Circular Talk: Verpackungsmatrix.

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