Warum viele Innovationen nicht am Geld scheitern, sondern danach – ein Statement von Rainer Färber

05/2026 – Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen Unternehmen vor enorme Herausforderungen: steigende Kosten, volatile Märkte, geopolitische Unsicherheiten und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck.
Gerade in diesem Umfeld wird Innovation zur zentralen Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit. Gleichzeitig stehen auf nationaler und europäischer Ebene umfangreiche Fördermittel zur Verfügung. Programme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz sowie der EU adressieren gezielt Forschung, Entwicklung und Transfer.
Und dennoch zeigt die Praxis ein anderes Bild: Ein relevanter Teil dieser Mittel bleibt ungenutzt. Besonders kleine und mittlere Unternehmen scheitern nicht an Ideen, sondern an Komplexität – lange Antragsprozesse, unklare Zuständigkeiten und hohe administrative Hürden führen dazu, dass viele Innovationsvorhaben gar nicht erst eingereicht werden.
Doch selbst wenn Fördermittel erfolgreich genutzt werden, entsteht eine zweite, oft größere Herausforderung: die Verwertung. Projekte werden abgeschlossen, Ergebnisse dokumentiert – aber nicht konsequent in marktfähige Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle überführt.
Hier zeigt sich eine strukturelle Lücke im Innovationssystem: Förderung wird häufig als Ziel verstanden, nicht als Mittel zum Zweck. Themen wie Intellectual Property, Schutzrechte und Verwertungsstrategien werden zu spät adressiert – obwohl sie entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg sind.
Meine Meinung: In der aktuellen Situation reicht es nicht aus, Innovationen zu finanzieren. Der eigentliche Mehrwert entsteht erst dann, wenn aus geförderten Projekten nachhaltige Wertschöpfung wird. Förderung und Verwertung müssen von Anfang an zusammengedacht werden.



