Zukunftsbild 2050 – ein Interview mit Thomas Strobel

06/2026 – Thomas Strobel zeigt wie anhand von gemeinsamen Ideen und Konzepten eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft 2050 entworfen werden kann. In der Eventreihe ‘Visions-To-Go’ erklärt er wie beispielsweise Geschäftsmodelle, Automatisierungen oder die Robotik der Zukunft aussehen könnten.
Thomas Strobel ist Diplomingenieur für Maschinenwesen der TU München. Als Projektleiter, Technologiemanager und Führungskraft sammelte er 16 Jahre internationale Berufserfahrungen in verschiedenen Branchen mit Schwerpunkten in Prozessgestaltung, Zukunftsplanung, Strategieentwicklung sowie Innovations- und Portfoliomanagement. Seit 18 Jahren ist er Geschäftsführer und Gesellschafter der FENWIS GmbH in Gauting bei München (www.fenwis.de).
Aufgrund seiner Praxiserfahrung arbeitet er heute in seiner Rolle als „Zukunftslotse“ für innovative mittelständische Unternehmen und Industrieverbände besonders industrienah. Methodisch hat er sich spezialisiert auf systematische Zukunftsplanung mit Perspektivwechsel für vorausschauende Geschäftstransformation zu neuen Geschäftsmodellen und zukünftigen Wettbewerbsvorteilen. Seine Kunden nutzen seine Expertise über praxisnahe und umsetzungsorientierte Vorträge, Workshops und Zukunftsprojekte.
Lesen Sie im Interview mit Thomas Strobel, welche Zukunftsvisionen mit heutigen Mitteln und Strategien umgesetzt werden können.
Was war Ihre persönliche Vision hinter der Konzeption dieser Serie – welches Zukunftsbild möchten Sie den Teilnehmenden mitgeben?
Ohne ein Zukunftsbild 2050 als zu erreichende Zielvorstellung halte ich die nächsten 25 Jahre mit Transformationsbedarf für nicht erfolgreich gestaltbar. Ein solcher neuer und disruptiver Transformationspfad ähnelt einer Expedition und benötigt deshalb ein Zielbild, um erfolgversprechende Routen zu entwerfen und zu bewerten. Erst danach können sinnvolle Etappen und Zwischenziele ausgewählt und mit priorisierten Maßnahmenplänen vorbereitet werden.
Mein Wunsch ist, dass die Teilnehmenden durch offenen und konstruktiven Austausch von Informationen, Ideen und Konzepten zuallererst ertüchtigt werden, gemeinsam ein lösungsorientiertes Zukunftsbild für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft 2050 zu entwerfen.
Wie lassen sich Zukunftsvisionen konkret in heutige Strategien und Entscheidungen von Unternehmen übersetzen?
Wenn wir von Zukunftsvisionen mit verstandenen Wirkzusammenhängen eine Verbindung zur Gegenwart herstellen, lassen sich zunächst aus dem Zielbild abgeleitete Roadmaps erstellen. Anschließend können wir strategische Prioritäten für die kommenden 5 Jahre auf eine langfristig sinnvolle Entwicklung ausrichten. Damit bekommen wir passenden Einstieg in einen vorstellbaren Transformationspfad, dessen Folgeschritte wir entlang des Weges auf der Basis neuer Informationen und Erkenntnisgewinn nach und nach präziser definieren können.
Wo sehen Sie aktuell die größten Hürden, wenn es darum geht, Zukunft und Innovation praktisch zusammenzubringen?
Innovation sollte auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit eine langfristige Zukunftsorientierung bei Geschäftsmodellen mit Paradigmen- und Verhaltenswechseln verbinden. Damit wird das jeweils verfügbare Innovationspotenzial als Kraft dauerhafter Veränderungen für neue Prioritäten nutzbar – und nicht nur unter dem Aspekt von kurzfristigen Detailoptimierungen und inkrementellen Verbesserungen des Status quo betrachtet.
Welche Rolle spielt Zusammenarbeit – etwa zwischen Forschung, Industrie und Start-ups – in der Entwicklung zukunftsfähiger Wirtschaftssysteme?
Vorausschauende Lösungen für neue Anforderungen und Prioritäten sollten alle verfügbaren oder bereits erkennbaren Lösungsbausteine nutzen. Das geht am besten im interdisziplinären und branchenübergreifenden Austausch von Menschen., denen eine proaktive Zukunftsgestaltung am Herzen liegt. Ich bin davon überzeugt, dass wir deutlich mehr zielführende Handlungsoptionen bekommen, wenn wir für solche Zukunftslösungen auch neue Geschäftsmodelle losgelöst von heutigem Branchenverständnis entwerfen.
Beispiel: Wenn ein Hauseigentümer heute ein Dach sanieren möchte oder muss, wird ihm oft ein Dachdecker alleine nicht reichen, da er möglicherweise eine Lösung bevorzugt, die neben besserer Dämmung auch Photovoltaik, Solarthermie und das Auffangen von Regenwasser in das Leistungsangebot mit einbezieht.
Das nächste Event mit Thomas Strobel findet am 24.06. statt. Anmelden und dabei sein!
24.06.2026 | 16.00 – 17.00 Uhr: Visions-to-Go: Fachkräfte der Zukunft – Bildung, Weiterbildung, Wissensbereitstellung



