Zukunftsdialog – ein Interview mit Rainer Färber

10/2026 – Der Zukunftsdialog bringt Menschen aus Unternehmen, Forschung, Bildung und Transfer zusammen, um mögliche Entwicklungen von morgen frühzeitig und branchenübergreifend zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Zukunftsbilder – mit dem Ziel, gemeinsam relevante Handlungsfelder, Chancen und neue Impulse für den Mittelstand zu identifizieren.
In dieser interaktiven Ausgabe von Visions-To-Go werfen wir gemeinsam mit Thomas Strobel, Geschäftsführer der FENWIS GmbH und Zukunftslotse, und Rainer Färber, Marketing und Business Development der AiF FTK GmbH, einen strategischen Blick auf die Technologien, Innovationen und Entwicklungen, die Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft in den kommenden Jahren maßgeblich prägen werden.
Im Interview spricht Rainer Färber über die interaktive Eventreihe und die Einschätzung von Unternehmen, Community und weiteren Akteuren für die möglichen Entwicklungen der kommenden Jahre.
Herr Färber, beim „Zukunftscheck“ sollen nicht allein Zukunftsexperten entscheiden, welche Technologien relevant werden. Warum ist Ihnen die Einschätzung der Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Transferakteure aus der AiF InnovatorsNet-Community dabei so wichtig?
Mir persönlich ist dabei ein Punkt besonders wichtig: Ich möchte Zukunft nicht ausschließlich von Experten erklären lassen. Natürlich brauchen wir ihre Expertise und ihre Einschätzungen. Aber genauso spannend finde ich die Frage: Wie sehen diejenigen die Zukunft, die heute in Unternehmen, Forschung und Transfer ganz konkret an Innovationen arbeiten?
Genau diese Menschen kommen im AiF InnovatorsNet zusammen. Und jeder schaut aus einer anderen Perspektive auf neue Technologien. Was für den einen noch weit entfernte Zukunft ist, beschäftigt den anderen vielleicht schon heute ganz konkret.
Deshalb möchte ich beim Zukunftscheck diese unterschiedlichen Sichtweisen sichtbar machen. Nicht nur zuhören, sondern abstimmen, diskutieren, auch einmal widersprechen und voneinander lernen.
Für mich macht genau das den Reiz aus: Wir fragen nicht nur „Was sagen Zukunftsexperten?“, sondern „Was denkt unsere Community, was wirklich relevant wird?“ Und ich bin selbst sehr gespannt, ob beide Einschätzungen am Ende tatsächlich übereinstimmen.
Am Ende der Veranstaltung soll ein gemeinsames „Top-10-Ranking der wichtigsten Zukunftstechnologien für den deutschen Mittelstand“ entstehen. Was möchten Sie mit diesem Ranking erreichen – und was kann es Unternehmen über eine reine Momentaufnahme hinaus mitgeben?
Ich bin ganz offen: Mich interessiert dieses Ergebnis selbst ungemein. Wir sprechen ständig über KI, Robotik, Quantentechnologien, neue Materialien, Biotechnologie oder Kreislaufwirtschaft. Aber wenn wir uns entscheiden müssten: Welche zehn Entwicklungen werden für unseren Mittelstand wirklich entscheidend sein? Dann wird es plötzlich spannend.
Genau deshalb möchte ich dieses Ranking nicht am Schreibtisch entwickeln. Ich möchte wissen, wie Menschen darüber denken, die täglich mit Innovation, Produktion, Forschung oder Technologietransfer zu tun haben.
Dabei geht es mir auch gar nicht darum, am Ende eine unumstößliche Rangliste zu präsentieren. Das wäre bei Zukunftsthemen vermessen. Ich sehe das Ranking vielmehr als Orientierungspunkt und Diskussionsgrundlage.
Vielleicht entdecken Unternehmen dabei ein Thema, mit dem sie sich bisher kaum beschäftigt haben. Vielleicht wird eine vermeintliche Hype-Technologie ganz anders bewertet als erwartet. Und vielleicht entsteht genau daraus die Frage: „Müssen wir uns damit bei uns eigentlich intensiver beschäftigen?“
Wenn das passiert, hat der Zukunftscheck für mich bereits einen wichtigen Zweck erfüllt.
Die Ergebnisse des Zukunftschecks sollen auch in das Projekt „Zukunftsbild 2050“ einfließen. Wie wird aus einer Live-Abstimmung innerhalb einer Veranstaltung ein Baustein für die Frage, wie Wirtschaft, Forschung und Innovation in Deutschland langfristig zukunftsfähig bleiben können?
Genau dieser Zusammenhang liegt mir persönlich besonders am Herzen. Mit unserem „Zukunftsbild 2050“ wollen wir ja nicht einfach irgendwo festschreiben, wie die Welt im Jahr 2050 aussehen wird. Das kann niemand seriös vorhersagen.
Mich interessiert vielmehr: Welche Zukunft wollen wir eigentlich – und was müssen wir heute tun, damit wir dort hinkommen?
Dafür brauchen wir möglichst viele Perspektiven. Aus Industrie und Mittelstand, aus Forschung, Aus- und Weiterbildung, aus Netzwerken und von Menschen, die Innovationen ganz praktisch vorantreiben.
Der Zukunftscheck ist für mich deshalb wie ein weiteres Puzzleteil. Wir bekommen ein Stimmungsbild: Welche Technologien hält unsere Community für besonders relevant? Wo sehen die Menschen Chancen? Wo vielleicht Risiken? Und wo unterscheiden sich die Einschätzungen?
Diese Ergebnisse können wir anschließend weiterdenken und mit anderen Erkenntnissen unseres Zukunftsbildes verbinden.
Und genau das ist eigentlich die Idee, die mich daran begeistert: Wir reden nicht über die Zukunft der Menschen und Unternehmen – wir entwickeln das Bild gemeinsam mit ihnen.
Wenn daraus irgendwann konkrete Fragestellungen, Roadmaps, Kooperationen oder sogar neue Innovationsprojekte entstehen, dann haben wir aus einem Dialog tatsächlich Wirkung erzeugt. Und genau das möchte ich mit dem AiF InnovatorsNet erreichen.
Das nächste Event der Reihe Zukunftsdialog mit dem Titel ‚Zukunftsdialog: Die resiliente Wirtschaft 2036‘ findet am 19.10.2026 | 16.00-17.30 Uhr statt.
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